Willkommen bei der Schweizerischen Greina-Stiftung

Gewässer in schlechtem Zustand

42% der Fliessgewässer verfügen nicht über genügend Gewässerraum, nur gut die Hälfte sind in einem morphologisch natürlichen oder naturnahen Zustand. Über 100 000 künstliche Hindernisse erschweren oder verhindern die Fischwanderung. Die meisten grösseren Seen der Schweiz wären natürlicherweise nährstoffarm.

2018 lieferte die Wasserkraft in der Schweiz rund 37,5 TWh oder rund 15 % der Gesamtenergieversorgung von 240 TWh/a. Das Ausbaupotential beläuft sich dabei gemäss Bundesrat noch auf max. 2,5 TWh/a oder ca. 1 %, sofern sämtliche verbleiben-

Trockengelegter Flussabschnitt der Maggia (© SGS)

Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) ist "der Zustand der Biodiversität in der Schweiz [...] unbefriedigend. Die Hälfte der Lebensräume und ein Drittel der Arten sind bedroht." Weiter stellt das BAFU fest, dass vor allem die ökologischen Defizite der Gewässer dafür verantwortliche sind. Ungefähr 18% derjenigen Arten, die unmittelbar auf Gewässer angewiesen sind, sind vom Aussterben bedroht, 4% davon sind bereits ausgestorben.

Bach im Val d'Urse Puschlav

Der Bundesrat hält in seinem Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz (2017) fest, dass die Biodiversität unentbehrlich für das menschliche Wohlergehen ist. Die Gemeinschaften aus Pflanzen, Tieren, Pilzen sowie Mikroorganismen funktionieren als Einheit miteinander. Sie stehen mit Ihrer nicht belebten Umwelt in Wechselwirkungen (Ökosysteme) und erbringen unverzichtbare Leistungen von hohem wirtschaftlichem, gesellschaftlichem und ökologischem Wert.

Die Massa im Kanton Wallis - trockengelegt durch die ALPIQ (© SGS)

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima revidierte das Bundesparlament 2013–2016 das neue Energiegesetz (EnG). Der Bundesrat wies auf das riesige Energie(Spar)- Potential der Gebäude hin. Doch im Parlament setzte sich die stärkste Lobby der Kleinwasserkraftwerke (KWKW) über alle Bedenken hinweg. Die Tatsache, dass rund 15'800 km unserer Flüsse und Bäche bereits «teilweise oder ganz trockengelegt sind» (Bundesrat, 27. Juni 2007), interessiert diese verbissenen KWKW-Lobbyisten nicht.